Investment in Wein liegt im Trend

Wein Lagerung

Der Markt für Einlagen und Renten lässt im Moment den Gedanken an Flucht in die Sachwerte aufkommen. Sachwerte, das waren doch Aktien und Immobilien, wird der Anleger jetzt denken. Still und heimlich hat sich aber neben Kunst noch ein weiterer Sachwert als Nischenprodukt etabliert. Die Rede ist von einem Investment in Wein als Asset-Beimischung. Dabei gilt es allerdings nicht, einen edlen Tropfen zu erwerben und zu lagern, der aktive Handel ist gefragt.

London – die Hauptstadt des Weins

Das Märchen, Engländer würden nur Tee trinken, wurde schon lange von der Erkenntnis abgelöst, dass sie weltweit mit den höchsten Kaffeekonsum haben. Dass die Stadt an der Themse aber die Hauptstadt der weltweiten Weingemeinde ist, dürfte vielen neu sein. In London ist die Live-Ex angesiedelt, die internetbasierte Weinbörse. Wie es sich für eine Börse gehört, verfügt sie natürlich auch über einen eigenen Index, den Live-Ex Fine Wine 100. Bei der Live-Ex handelt es sich allerdings nicht um eine Modererscheinung, sondern um einen im Jahr 1999 gegründeten Marktplatz für den Weinhandel. Im Gegensatz zu den meisten anderen Indizes kann der Live-Ex Fine Wine 100 eine stolze Kursentwicklung vorweisen. Stand der Index im Jahr 2001 noch bei 94,72 Zählern kletterte er bis zum Herbst des Jahres 2011 auf über 350 Punkte und notierte am 31.1.2013 noch mit einem Schlusskurs von 268,13. Wie bei jeder Börse können Anleger im Liveticker die Entwicklung der zugrunde liegenden Weine nachverfolgen.

 

Französische Weine dominieren

Wein als attraktives Investment

Bis auf wenige Ausnahmen bilden französische Weine den Live-Ex Fine Wine 100 ab. Kaum einer der Spitzenweine aus den 90er Jahren sei heute weniger Wert als damals, so der Weinexperte Mario Scheuermann in einem Interview mit der Financial Times Deutschland am 29.9.2011. Spitzenweine erzielen schon von je her Spitzenpreise bei Auktionen, wie die Auktionsverläufe bei Sotheby’s belegen. Dabei kommt die Hauptnachfrage noch nicht einmal aus Europa. Asien ist der Hauptabsatzmarkt für die edelsten der edlen Tropfen.

Als Investment eignen sich aber nur die wenigsten Weine überhaupt. Spitzenreben, wie sie von Lafite-Rothschild oder Pétrus verwendet werden, finden hier „Verwendung“. Einige Weine aus dem Burgund und sehr wenige ausgewählte Produkte von Winzern aus Kalifornien oder Südafrika sind als Kapitalanlage darüber hinaus geeignet. Der Markt für Spitzenweine ist eng. Normalerweise werden diese Weine nur an ausgewählte Händler verkauft. Ein Szenario, dass zwanzig Kisten nach Deutschland geliefert werden, aber 50 Käufer am Erwerb interessiert sind, erklärt die Tatsache, dass eine Börse wie die Live-Ex funktioniert.

Für Anleger bietet sich allerdings auch noch eine andere Lösung, ihre Anlage zu tätigen. Der Vergleich mit jungen Aktien hinkt, jedoch ist der Erwerb des Weines bereits möglich, wenn dieser noch im Fass reift. Um den Vergleich mit Wertpapieren fortzuführen – dies ähnelt ein wenig einem Optionsgeschäft. Fällt der dann gereifte Wein bei den Spitzenkritikern durch, lässt er sich nicht mehr zu dem erwarteten oder erhofften Preis verkaufen. Ob der Anleger dann letztendlich überhaupt noch einen Gewinn macht, hängt vom Einstandspreis und der letztendlichen Qualität ab. Wein als Investment ist im wahrsten Sinne des Wortes Geschmackssache – die große Masse der Anleger wird sich lieber am Geschmack weniger teurer Exemplare erfreuen, als an der Kursentwicklung.

 

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