Abnehmende Tagesgeld Zinsen

Tagesgeld Zinsen sinken – Bauzinsen ziehen an

Die aktuellen Geschehnisse bei den Zinsen sorgen bei Verbrauchern für Verunsicherung. Der allgemeine Kenntnisstand war, wenn die Kreditzinsen steigen, steigen auch die Einlagenzinsen. Umgekehrt, senkte die Zentralbank den Diskontzinssatz, so gingen sowohl die Aufwendungen für Darlehen als auch die Erträge auf Spareinlagen zurück. Der Februar sorgt bei Bankkunden für Verwirrung.

 

Tagesgeldzinsen auf breiter Front abgesenkt

Zinsen 2 Prozent

Nur noch ein Anbieter mit 2% Zinsen

Bereits im Januar hatte Cortal Consors die Erträge für das Tagesgeld von 2 Prozent auf 1,85 Prozent p. a. für 12 Monate fest abgesenkt. Die GEFA Bank folgte nach kurzer Zeit. Nun hat ein weiteres Mitglied aus der Gruppe der Spitzenanbieter eine Zinssenkung angekündigt. Die niederländische Onlinemarke MoneYou senkt mit Wirkung vom 7. Februar 2013 den Zins für Tagesgelder auf 1,75 Prozent p. a., das Festgeld verzinst künftig für die Dauer von zwölf Monaten nur noch mit 1,9 Prozent. Trotz der Zinssenkung kann das Unternehmen aus unserem Nachbarland aber weiter Punkten. Ein Tagesgeldvergleich zeigt, dass die Holländer, im Gegensatz zu den meisten anderen Anbietern, eine vierteljährliche Zinsgutschrift anbieten. Der Zinseszinseffekt mag die Absenkung zumindest leicht kompensieren.

Mit der RaboDirect hat ein weiteres niederländisches Institut für den 15. Februar eine Korrektur nach unten angekündigt. Der Spitzenwert von 2 Prozent pro Jahr auf ein Tagesgeld wird auf 1,85 Prozent abgesenkt. Umso verwunderlicher erscheint dies, als der EZB-Leitzins seit längerer Zeit auf dem Stand von 0,75 Prozent verharrt, darüber hinaus sogar Gerüchte die Runde machen, dass die Gruppe um Mario Draghi mit einer erneuten Zinssenkung liebäugelt.

 

Baugeld wird dagegen teurer

Häuslebauer und Immobilienkäufer, die sich mit dem Thema Baugeld beschäftigt haben, stellten fest, dass die Hypotheken seit vielen Jahren immer günstiger wurden. Doch am Hypothekenmarkt scheint eine Trendwende Einzug gehalten zu haben. Der Baugeldindex, der Durchschnittszins für eine Baufinanzierung mit einer zehnjährigen Zinsfestschreibung stieg in den letzten Wochen von 2,48 auf 2,52 Prozentpunkte, ein deutliches Indiz für eine, zumindest langsam anziehende, Verteuerung der Immobilienkredite. Einer der Umstände für die Trendwende sei, so Experten, ein gegenüber der Vergangenheit deutlich robusterer Ifo-Geschäftsklimaindex. Dieser Index spiegelt die Erwartung der deutschen Wirtschaft in Bezug auf die Auftragslage und Umsatzentwicklung wider. Dies klärt allerdings immer noch nicht die Frage, weshalb Einlagen- und Baufinanzierungszinsen, die doch eigentlich tendenziell die gleiche Richtung einschlagen, zu Beginn des Jahres 2013 auseinanderdriften.

 

Unterschiedliche Bezugsgrößen für Einlagen und Darlehen

Die Annahme, dass sich Zinsen an dem Leitzins der EZB orientieren, ist grundsätzlich einmal richtig. Da die Eurokrise, zumindest in psychologischer, aber auch in der Realität, eine positive Wende geschafft hat, sollte man meinen, der Leitzins würde nach oben korrigiert werden. Die Europäische Zentralbank hat jedoch die Befürchtung, dass es die allgemeine Wirtschaft wieder ausbremsen könnte, wenn dem Markt jetzt Gelder entzogen werden. Die Finanzbranche scheint für das Erste aus dem gröbsten heraus. Aus diesem Grund, zum Ankurbeln der Konjunktur über alle Branchen, ist eine erneute Absenkung des Leitzinses nicht auszuschließen.